Blasen beim Laufen vermeiden – und die richtige Schnürtechnik

Eine Blase ist kein Pech, sondern das Ergebnis von drei Dingen, die du alle beeinflussen kannst: Reibung, Feuchtigkeit und Hitze.

Wie eine Blase entsteht – und was daraus folgt

Eine Blase entsteht nicht an der Oberfläche, sondern darunter. Wenn deine Haut bei jedem Schritt gegen Socke und Schuh verschoben wird, reißen die Schichten der Oberhaut gegeneinander auf. In den Spalt läuft Gewebeflüssigkeit. Das brennt, weil darunter die empfindliche Schicht liegt.

Drei Dinge treiben das an, und alle drei kannst du angehen:

Die praktische Folge: Wer nur ein Pflaster auf die Stelle klebt, behandelt das Ergebnis. Wer die Schnürung ändert, behandelt die Ursache.

Die Schnürung: den Fuß festhalten, ohne ihn zu quetschen

Ziel ist ein Fuß, der hinten und im Mittelfuß fest sitzt und vorn Platz hat. Genau so ist ein Laufschuh gebaut, und genau das erreicht die Standardschnürung oft nicht. Drei Techniken decken fast alle Fälle ab.

Fersenschlaufe (Marathonschnürung) – gegen Fersenblasen

Fast jeder Laufschuh hat ganz oben ein zusätzliches Loch, das schräg nach hinten steht. Genau dafür ist es da:

  1. Schnür wie gewohnt bis zum vorletzten Loch.
  2. Führ das Band auf derselben Seite von außen in das oberste Loch – nicht über Kreuz. Es entsteht eine kleine Schlaufe.
  3. Dasselbe auf der anderen Seite.
  4. Führ jetzt das linke Bandende durch die rechte Schlaufe und umgekehrt.
  5. Zieh beide Enden nach unten und außen fest, dann normal binden.

Die Ferse wird dadurch nach hinten in die Fersenkappe gezogen und hebt sich beim Abrollen nicht mehr ab. Das ist die wirksamste einzelne Maßnahme gegen Blasen an der Ferse.

Fensterschnürung – gegen Druck auf dem Spann

Wenn eine bestimmte Stelle auf dem Spann drückt oder ein Zeh taub wird, lässt du diese Stelle aus: Führ das Band an der Druckstelle auf beiden Seiten senkrecht nach oben zum nächsten Loch, statt es zu kreuzen. Darüber und darunter kreuzt du normal weiter. Es entsteht ein Fenster ohne Zug.

Getrennte Zonen – wenn vorn eng und hinten locker ist

Manche Füße brauchen zwei verschiedene Spannungen. Dann bindest du auf halber Höhe einen einfachen Knoten in die Schnürung. Unterhalb kannst du locker lassen, oberhalb fest ziehen, ohne dass sich die beiden Bereiche gegenseitig verstellen.

Socken: das zweitwichtigste Teil deiner Ausrüstung

Baumwolle saugt sich voll und bleibt nass – das ist der Hauptgrund, warum Alltagssocken auf einem langen Lauf zuverlässig Blasen erzeugen. Nimm Laufsocken aus Kunstfaser oder Merinowolle mit anatomischem Schnitt, also einer eigenen Form für links und rechts.

Sie sollen faltenfrei sitzen. Jede Falte ist eine Kante, die eine Stunde lang an derselben Stelle scheuert. Zieh die Socke am Vorfuß leicht nach vorn und dann glatt, bevor du in den Schuh steigst.

Bei Distanzen über drei Stunden lohnt sich ein Blick auf Doppellagensocken: Die beiden Lagen reiben gegeneinander statt gegen deine Haut. Wer sehr stark schwitzt, kann bei einem Ultralauf an einer Verpflegungsstelle auch schlicht die Socken wechseln – zwei Minuten, die sich fast immer auszahlen.

Schuhgröße, Feuchtigkeit und die Stellen, die niemand prüft

Laufschuhe brauchen vorn etwa eine Daumenbreite Platz, gemessen im Stehen. Der Fuß wird im Lauf länger und breiter – wer nach Alltagsgröße kauft, stößt bergab mit den Zehen an. Deshalb kommen die typischen Blasen unter den Zehennägeln fast immer von einem zu kurzen Schuh, nicht von der Schnürung.

Gegen Feuchtigkeit hilft, was den Schweiß wegtransportiert oder die Haut trocken hält: Woll- oder Kunstfasersocken, bei starkem Schwitzen etwas Fußpuder oder Hirschtalg. Antitranspirant an den Füßen, ein paar Abende vor einem langen Wettkampf aufgetragen, ist ein alter Trick aus dem Ultrabereich.

Und dann die Stellen, an die niemand denkt: die Innenkante des großen Zehs, der Ballen unter dem zweiten Zeh, die Außenseite des kleinen Zehs. Wenn du dort nach jedem langen Lauf eine gerötete Stelle hast, ist das die Vorstufe. Kleb sie vorbeugend ab, bevor du losläufst – mit Kinesiotape, Blasenpflaster oder einfachem Leukotape, faltenfrei und ohne Ecken.

Wenn die Blase schon da ist

Eine geschlossene, kleine und schmerzfreie Blase lässt du in Ruhe. Die Haut darüber ist der beste Verband, den es gibt.

Spannt sie, schmerzt sie oder sitzt sie so, dass sie beim nächsten Schritt aufreißt, kannst du sie öffnen – mit einer desinfizierten Nadel seitlich am Rand einstechen, die Flüssigkeit vorsichtig herausdrücken, die Hautdecke liegen lassen und ein Blasenpflaster darüber. Nicht die Haut abziehen.

Ist sie schon offen, wird sie gereinigt, desinfiziert und abgedeckt. Danach gilt: Der Grund, warum sie entstanden ist, ist immer noch da. Bevor du den nächsten langen Lauf planst, geh die Liste oben durch – Schnürung, Socke, Größe, Feuchtigkeit.

Vor dem Wettkampf: eine kurze Liste

Wenn du wissen willst, wie sich das auf der langen Distanz bewährt: Die Termine in deiner Nähe stehen unter Laufveranstaltungen.

Häufige Fragen

Welche Schnürtechnik hilft gegen Blasen an der Ferse?

Die Fersenschlaufe, auch Marathonschnürung genannt. Du nutzt das oberste, schräg stehende Loch, bildest auf jeder Seite eine Schlaufe und fädelst die Bandenden über Kreuz hindurch. Die Ferse wird dadurch in die Fersenkappe gezogen und hebt sich beim Abrollen nicht mehr ab.

Soll ich eine Blase aufstechen?

Eine kleine, geschlossene und schmerzfreie Blase lässt du zu. Spannt sie oder schmerzt sie, stichst du sie mit einer desinfizierten Nadel seitlich am Rand an, drückst die Flüssigkeit heraus und lässt die Hautdecke als natürlichen Verband liegen.

Welche Socken verhindern Blasen beim Laufen?

Laufsocken aus Kunstfaser oder Merinowolle mit anatomischem Schnitt, faltenfrei angezogen. Keine Baumwolle: Sie saugt sich voll und bleibt nass, und nasse Haut reibt deutlich stärker. Ab drei Stunden lohnen sich Doppellagensocken.

Wie viel Platz brauche ich vorn im Laufschuh?

Etwa eine Daumenbreite zwischen dem längsten Zeh und dem Schuhende, im Stehen gemessen. Der Fuß wird im Lauf länger und breiter – zu kurze Schuhe sind die häufigste Ursache für Blasen unter den Zehennägeln.

Was hilft, wenn eine bestimmte Stelle auf dem Spann drückt?

Die Fensterschnürung: An der Druckstelle führst du das Band auf beiden Seiten senkrecht nach oben zum nächsten Loch, statt es zu kreuzen. Darüber und darunter schnürst du normal weiter, so entsteht ein zugfreies Fenster.

Zuletzt geprüft am 19. August 2026.

Passende Termine

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  1. 15. August 2026 bis 29. August 2026 Wild & Dirty Höchst im Odenwald
  2. 22. August 2026 bis 10. September 2026 Deutschlandlauf Sylt
  3. 22. August 2026 bis 23. August 2026 Ahornweg Ultra Dissen am Teutoburger Wald
  4. 23. August 2026 Bokeler Volkslauf Rietberg
  5. 23. August 2026 Volkslauf Bad Segeberg Bad Segeberg
  6. 23. August 2026 Die Generalprobe 12163 Berlin, Berlin, Berlin
  7. 23. August 2026 Eschweiler Citylauf Eschweiler
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  9. 23. August 2026 CrossDeLuxe Freital Freital
  10. 23. August 2026 Zweitalsperrenlauf 99897 Tambach-Dietharz, Thüringen, Tambach-Dietharz
  11. 23. August 2026 Nospa Mittsommerlauf Enge-Sande
  12. 23. August 2026 7. Rosengartenlauf 21224 Rosengarten, Niedersachsen, Rosengarten

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